Stadt Schweinfurt
Bayerische Landesgartenschau
2026

Bayerische Landesgartenschauen bringen Grün ins Grau, Leben in die Stadt und sie schaffen Räume für Erholung, ein gutes Klima und Lebensqualität. Und das schon seit 1980. Das bayerische Umweltministerium hat in 40 Jahren Landes- und Regionalschauen mit insgesamt rund 71 Millionen Euro sowie mit 22,8 Millionen Euro aus EU-Mitteln gefördert. Dadurch wurden bislang etwa 521 Hektar dauerhafte Grün- und Erholungsflächen in Bayern geschaffen.

Die Stadt Schweinfurt nimmt diese Chance wahr und entwickelt bis 2026 aus einer Konversionsfläche ein neues Stadtquartier mit dauerhaftem Grün – mit einem ökologisch wertvollen, artenreichen Bürgerpark und vielfältigsten Nutzungsmöglichkeiten. Sie schafft Freiräume für Bewegung und erholungsuchende Menschen, aber auch Landschaftsräume für Flora und Fauna. Die Landesgartenschau stößt viele flankierende städtebauliche Projekte an, von denen alle Bürgerinnen und Bürger langfristig profitieren. Nach dem Willen des Stadtrats soll die Landesgartenschau eine klimaangepasste Stadtstruktur initiieren und somit als »Schweinfurter Modell« anderen Landesgartenschauen als Vorbild dienen.

Die Landesgartenschau Schweinfurt 2026 ist ein Fest für Monate, aber die dadurch entstehenden Freiräume und Infrastrukturprojekte sind Investitionen für Generationen.

Die Landesgartenschau in Schweinfurt!

Luftbild Bürgerpark SchweinfurtBürgerpark Schweinfurt

Warum?

Die Stadt befindet sich in einer Phase der Transformation, die vor allem durch den Abzug der US-Streitkräfte geprägt ist. In den Ledward Barracks befand sich die Kaserne der US-Streitkräfte. Bis 2014 lebten in den amerikanischen Kasernen und Wohngebieten, aber auch im Stadtgebiet und dem Schweinfurter Umland, insgesamt bis zu 12 000 Menschen, die direkt oder indirekt in Beziehung zur US Army standen. Bereits kurz nach Bekanntgabe des Abzugs im Jahre 2012 gab es erste Überlegungen, was mit den Konversionsflächen geschehen soll.

Für Askren Manor, dem neuen Stadtteil Bellevue, wird wie in Yorktown Wohnraum geschaffen. Im Osten der ehemaligen Ledward-Kaserne an der Niederwerrner Straße baut die Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt (FHWS) Gebäude für ihren internationalen Campus. Als grünes Band zwischen dem Stadion im Westen und dem Theodor-Fischer-Platz im Osten entsteht derzeit die Carusallee, ein nationales Projekt des Städtebaus. Im Nord-Westen wird auf einer Fläche von zehn Hektar die Landesgartenschau 2026 stattfinden.

Bürgerpark

Die Landesgartenschau 2026 bietet Schweinfurt viele Vorteile. Die Dynamik einer Gartenschau und die damit verbundenen Fördermittel ermöglichen die Integration der frei gewordenen Militärflächen im Nordwesten mit der gesamten Stadt. Der geplante Bürgerpark erfüllt dauerhaft ökologische, ökonomische und vor allem soziale Funktionen. Viele Wünsche aus der Bürgerschaft nach mehr Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten sind bereits in die Bewerbung eingeflossen und werden in dem nun anstehenden landschaftsplanerischen und städtebaulichen Wettbewerb zur Landesgartenschau berücksichtigt.

Die Pluspunkte des Bürgerparks

  • Schaffung eines dauerhaften Parks im Westen der Stadt
  • Ort der Begegnung für alle Bevölkerungsgruppen
  • Kinderspielplätze
  • Grüne Ruhezonen, Rückzugs- und Erholungsräume
  • Positive Auswirkungen auf das Stadtklima durch große Bäume, Bepflanzungen und Wiesenflächen
  • Anpassung an den Klimawandel
  • Großflächige Entsiegelung der Ledward-Barracks
  • Zusammenfassung der städtischen und gesellschaftlichen Aktivitäten zugunsten der Stadtentwicklung
  • Verbesserte Zuschusssituation für Korrespondenzprojekte der Landesgartenschau (Städtebauförderung, FAG, BayGVFG, EU-Fördermittel)
  • Integration und Aufwertung des internationalen Campus FHSW
Neues Wohnen SchweinfurtSchweinfurt 2026Lageplan Schweinfurt

Trittsteine

Die Anbindung der Ausstellungsflächen an die Innenstadt spielt im Konzept der Landesgartenschau eine große Rolle. Neben dem Kern- und Ausstellungsgebiet bietet sich die Vernetzung mit weiteren Stadtquartieren an, die miteinander verbunden und aufgewertet werden können, die aber gleichzeitig den Besucherinnen und Besuchern die unterschiedlichsten Aspekte einer interessanten Stadt zeigen. Das integrierte Stadtentwicklungskonzept ISEK der Stadt Schweinfurt sieht die Verbindung der Konversionsflächen über grüne Bänder mit der Innenstadt vor. Die Landesgartenschau bringt den Impuls, über eine Grünraumvernetzung und Aufwertung weiterer Stadtquartiere diese Idee umzusetzen.

Da sich die an diesem Grünzug liegenden Akteure bereits zu einer aktiven Mitwirkung an der Landesgartenschau entschlossen haben, ist eine Verknüpfung über den Chateaudun-Park in die Altstadt, an die Mainufer- und die Glacis-Anlagen möglich. Das Konzept der Trittsteine unterstützt die Strategie der nachhaltigen Stadtentwicklung.

Als flankierende städtebauliche Maßnahmen (Trittsteine) sind die folgenden vom Planungsbüro UmbauStadt (Weimar) in der Bewerbung vorgeschlagenen Projekte vorstellbar:

Schuttberg

Die Revitalisierung der etwas verwilderten und dicht zugewachsenen Grünanlage aus den 1950er-Jahren und ihre Instandsetzung als Gartendenkmal aus den Nachkriegsjahren könnte den Schuttberg zu einem interessanten Anlaufpunkt machen und gleichzeitig den Bedarf nach Grünflächen aus den angrenzenden Wohnquartieren decken.

Theodor-Fischer-Platz

Der Theodor-Fischer-Platz ist wichtig für die Grünvernetzung der Konversionsflächen mit den angrenzenden Quartieren. Von einer Sanierung des Platzes mit den beiden Spielplätzen und dem Aufenthaltsbereich profitieren die Anwohner des Quartiers.

Schelmsrasen

Der Schelmsrasen ist derzeit eine weitestgehend versiegelte Verkehrsfläche. Durch die Entsiegelung und Begrünung des Platzes sowie durch die Pflanzung einer Baumreihe kann aus dem monofunktionalen Verkehrsraum eine durchgängig begrünte Straße werden. Das aktuelle Radverkehrskonzept der Stadt Schweinfurt sieht eine Vorrangachse für Radfahrer von der Innenstadt zum i-campus vor. Der Schelmsrasen soll als Fahrradstraße ausgewiesen werden.

Spitalseeplatz

Der Spitalseeplatz befindet sich in der Innenstadt und grenzt an den Chateaudun-Park. Durch eine Aufwertung und Entsiegelung des Platzes wird der Spitalseeplatz zum Bestandteil eines vielgestaltigen und zusammenhängenden Grünsystems.

Gutermann-Promenade

Für die Gutermann-Promenade als »Grünes Wohnzimmer« in der Innenstadt gibt es bereits eine konzeptionelle Planung, die sowohl die vorhandenen Kunstwerke als auch die Lage am Main und am Mainradwanderweg aufnimmt. Bislang wurde nur der erste Bauabschnitt verwirklicht. Durch die Realisierung der fehlenden Bauabschnitte würde der Main direkt zugänglich und der Mainradwanderweg verbessert.

Neues Wohnen

Mit der Landesgartenschau entsteht nicht nur ein zehn Hektar großer Park im Kernbereich Ledward Barracks und Kessler Field. Ein weiterer wichtiger Baustein ist das im südwestlichen Bereich des Kessler Field geplante Modellvorhaben Klimaanpassung im Wohnungsbau. Eine entsprechende Bewerbung der Stadt Schweinfurt liegt dem Freistaat Bayern vor, der Projekte dieser Art bezuschusst. Als Stadtausstellung könnte das Projekt Teil der Landesgartenschau 2026 werden. Nach 2026 könnten weitere Flächen mit gemischter Nutzung bebaut werden. Die für die Landesgartenschau angelegten Daueranlagen bilden das Grundgerüst eines neuen attraktiven Wohnstandorts.

Das Konzept: Im nördlichen Geländeteil werden neue Formen des Wohnens in Einfamilien- und Doppelhäusern erprobt, im Süden des Quartiers ist eine Bebauung mit Mehrfamilienhäusern geplant. Das Wohnangebot ist modern und weit gefächert und reicht von zukunftsweisendem sozialen Wohnungsbau über Wohngruppen und Boardinghouses bis hin zu Baugruppenmodellen und Generationenwohnen.

Innovative Lösungen für das Neue Bauen am Kessler Field sind vor allem bei Baukonstruktion, Wärme- und Energieversorgung, Wärme- und Kälteregulierung, Verschattung und Fassadengestaltung gefragt.

2026

Der Bürgerpark in den Ledward Barracks und das Kessler Field bilden gemeinsam den Kernbereich des zweigeteilten Ausstellungsgeländes der Landesgartenschau Schweinfurt.

Die Ausstellungsflächen liegen etwa zwei Kilometer vom Marktplatz, also dem Zentrum der Stadt Schweinfurt, entfernt. Im Bereich der Ledward Barracks entsteht ein etwa zehn Hektar großer Park. Er gleicht Defizite in der Grünversorgung der angrenzenden Wohngebiete und weiteren Quartieren aus und wertet die angrenzenden Wohngebiete aus den 1950er- und 1960er-Jahren auf.

Das nördlich angrenzende Kessler Field wird als Wohngebiet mit dem Schwerpunkt innovativer Wohnformen entwickelt und an die Siedlung Yorktown Village angebunden. Es soll vor allem über eine Qualifizierung der Freiräume eine städtebauliche Entwicklung vorbereitet und impulsgebend eingeleitet werden. Es kann damit gelingen, die wenig geordnete Stadtrandsituation mit Brachflächen, Parkplätzen und leerstehenden Gebäuden aufzuwerten und den isoliert liegenden Bereich Yorktown Village langfristig zu integrieren.

Beide Flächen verbinden sich einerseits mit den durch Geschosswohnungsbau geprägten Quartieren im östlichen Übergang zur Stadtmitte und andererseits mit einem ausgedehnten Kleingartenareal und der offenen Kulturlandschaft im Norden. Im Westen schließen sich das städtische Stadion und weitere angelagerte Sportfreiflächen an.

Nach 2026

Das Konzept der Landesgartenschau misst der nachhaltigen Wirkung als Impuls für die weitere Stadtentwicklung oberste Priorität bei. Die geplanten Anlagen werden mit der Landesgartenschau eingeweiht den Bürgerinnen und Bürgern dauerhaft zur Verfügung stehen und einen bislang mit Grünflächen unterversorgten Stadtbereich aufwerten. Darüber hinaus kann der entstehende Hochschulcampus einen wichtigen Freiraum erhalten, der für die geplante Zahl an Studierenden am künftigen Internationalen Campus dringend benötigt wird.

Bürgerwerkstatt mit GeländebegehungBürgerwerkstatt mit GeländebegehungBürgerwerkstatt mit Geländebegehung

Bürgerbeteiligung

Die Landesgartenschau versteht die Stadt Schweinfurt als Bürgerprojekt. Sie hat ihre Bürgerinnen und Bürger bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt beteiligt und ihnen schon bei der Erstellung des Konversionsgutachtens die Gelegenheit geboten, die Entwicklung der Flächen und ihre künftige Nutzung maßgeblich zu beeinflussen. Im Dialogverfahren, an dem sich knapp 6 500 Bürgerinnen und Bürger online beteiligt haben, wurde der Wunsch nach mehr Raum für Freizeitnutzungen und Grünflächen deutlich.

Die Bürgerschaft wird weiterhin laufend eingebunden.

Die erste öffentliche Veranstaltung unter dem Motto »Aspekte der Konversion« am 13. Mai 2017 diente einer allgemeinen Information und einer Ortsbesichtigung. Stadtverwaltung und Planer führten die interessierten Bürger ausführlich über das vorgesehene Gartenschaugelände. Eine Expertenwerkstatt am 12. Juni 2017 hatte zum Ziel, Multiplikatoren aus der Schweinfurter Stadtgesellschaft zur geplanten Bewerbung zu befragen. An der sehr gut besuchten Veranstaltung nahmen unter anderem Vertreterinnen und Vertreter der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt, der Industrie- und Handelskammer, des Naturschutzes, der Kultureinrichtungen, der Sportvereine und der Kleingartenvereine teil. Die Vertreter der Institutionen signalisierten großes Interesse, bei der Ausgestaltung der Landesgartenschau mitzuwirken. Bei einer Informationsveranstaltung am 12. April 2018 wurde der aktuelle Stand der Bewerbung erörtert. Die Anregungen aus beiden Veranstaltungen flossen in die Bewerbungsbroschüre ein.

Als nächstes steht die Auslobung des landschaftsplanerischen und städtebaulichen Wettbewerbes zur Konkretisierung der Planung an. Auch hier ist die Bürgerschaft wieder gefragt.

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  • Pläne, Fotos Bürgerbeteiligung: UmbauStadt PartGmbB, Weimar

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